Rosh Hashanah 38

Kapitel 38

א וחכמים מטהרין
1 und nach den Weisen rein. –
ב תנאי היא דתניא הימים האלו הכתובין במגילת תענית בין בזמן שבית המקדש קיים בין בזמן שאין בהמ"ק קיים אסורין דברי ר"מ רבי יוסי אומר בזמן שבהמ"ק קיים אסורין מפני ששמחה היא להם אין בית המקדש קיים מותרין מפני שאבל הוא להם
2 Hierüber [streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: An den in der Fastenrolle genannten Tagen ist sowohl zur Zeit, wo der Tempel besteht, als auch zur Zeit, wo der Tempel nicht besteht, [das Fasten] verboten – so R. Meír; R. Jose sagt, zur Zeit, wo der Tempel besteht, sei es verboten, weil sie dann Freudentage sind, und wo der Tempel nicht besteht, sei es erlaubt, weil sie dann Trauertage sind. Die Halakha ist, [diese Feste] seien aufgehoben. Die Halakha ist, sie seien nicht aufgehoben. –
ג והלכתא בטלו והלכתא לא בטלו קשיא הלכתא אהלכתא לא קשיא כאן בחנוכה ופורים כאן בשאר יומי:
3 Die Halakhoth widersprechen ja einander!? – Das ist kein Widerspruch; eines spricht vom Hanuka- und vom Purimfeste, und eines spricht von den übrigen [Fest]tagen.
ד על אלול מפני ר"ה ועל תשרי מפני תקנת המועדות: כיון דנפקי להו אאלול אתשרי למה להו
4 D<small>ER</small> E<small>LUL WEGEN DES</small> N<small>EUJAHRSFESTES, DER</small> T<small>IŠRI WEGEN DER</small> F<small>ESTSETZUNG DER</small> F<small>ESTE</small>. W<small>OZU</small> brauchten sie wegen des Tišri ausgeschickt zu werden, wo sie schon wegen des Elul ausgeschickt worden sind!?
ה וכי תימא דלמא עברוה לאלול והאמר רבי חיננא בר כהנא א"ר מימות עזרא ואילך לא מצינו אלול מעובר
5 Wolltest du sagen, der Elul könnte interkaliert worden sein, so sagte ja R. Ḥanina b. Kahana im Namen Rabhs, daß seit den Tagen E͑zras der Elul nicht interkaliert worden sei!? – Er wurde es nicht, weil dies nicht nötig war, ist es aber nötig, so wird er interkaliert. –
ו לא מצינו דלא איצטריך הא איצטריך מעברינן ליה
6 Dadurch tritt ja aber eine Verwirrung in der Festsetzung des Neujahrsfestes ein!? –
ז הא מיקלקל ר"ה מוטב תיקלקל ראש השנה ולא יתקלקלו כולהו מועדות
7 Lieber mag eine Verwirrung in der Festsetzung des Neujahrsfestes eintreten, als daß dies bei allen übrigen Festen erfolge.
ח דיקא נמי דקתני על תשרי מפני תקנת המועדות ש"מ:
8 Dies ist auch zu beweisen; denn es heißt: der Tišri wegen der Festsetzung der Feste. Schließe hieraus.
ט ועל כסליו מפני חנוכה ועל אדר מפני הפורים: ואילו נתעברה השנה יוצאין אף על אדר שני מפני הפורים לא קתני מתניתין דלא כר' דתניא רבי אומר אם נתעברה השנה יוצאין אף על אדר השני מפני הפורים
9 D<small>ER</small> K<small>ISLEV WEGEN DES</small> Ḥ<small>ANUKAFESTES UND DER</small> A<small>DAR WEGEN DES</small> P<small>URIMFESTES</small>. Er lehrt also nicht, daß, wenn es ein Schaltjahr ist, sie auch wegen des zweiten Adars ausziehen, wegen des Purimfestes, somit lehrt unsere Mišna nicht nach Rabbi, denn es wird gelehrt: Rabbi sagt, ist es ein Schaltjahr, so werden sie auch wegen des zweiten Adars ausgesandt wegen des Purimfestes.
י לימא בהא קמיפלגי דמר סבר כל מצות הנוהגות בשני נוהגות בראשון ומר סבר כל מצות הנוהגות בשני אין נוהגות בראשון
10 Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: nach der einen Ansicht gelten alle Gebote, die im zweiten Adar Geltung haben, auch im ersten, und nach der anderen Ansicht gelten alle Gebote, die im zweiten Geltung haben, nicht im ersten. –
יא לא דכולי עלמא מצות הנוהגות בשני אין נוהגות בראשון והכא בעיבור שנה קמיפלגי דתניא כמה עיבור שנה ל' יום רשב"ג אומר חדש
11 Nein, alle sind der Ansicht, die Gebote, die im zweiten Geltung haben, gelten im ersten nicht, und sie streiten vielmehr über die Interkalation des Jahres. Es wird nämlich gelehrt: Wieviel beträgt die Interkalation des Jahres? Dreißig Tage; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, einen Monat. –
יב מאי שנא ל' דידעי חדש נמי ידעי א"ר פפא מ"ד חדש רצה חדש רצה שלשים
12 Nach dem sie dreißig [Tage] beträgt, wohl deshalb, weil dies bekannt ist, ebenso ist es ja auch bekannt, wenn sie einen Monat beträgt!? R. Papa erwiderte: Nach dem sie einen Monat beträgt, kann es sowohl ein Monat sein als auch dreißig Tage.
יג העיד ר' יהושע בן לוי משום קהלא קדישא דירושלים על שני אדרים שמקדשין אותם ביום עיבוריהן
13 R. Jehošua͑ b. Levi bekundete im Namen der heiligen Gemeinde zu Jerušalem, daß man die Schalttage der beiden Monate Adar weihe.
יד למימרא דחסרין עבדינן מלאין לא עבדינן לאפוקי מדדרש רב נחמן בר חסדא העיד רבי סימאי משום חגי זכריה ומלאכי על שני אדרים שאם רצו לעשותן שניהן מלאין עושין שניהן חסרין עושין אחד מלא ואחד חסר עושין וכך היו נוהגין בגולה ומשום רבינו אמרו לעולם אחד מלא ואחד חסר עד שיוודע לך שהוקבע ר"ח בזמנו
14 Demnach mache man diese unvollzählig und nicht vollzählig, somit schließt dies das aus, was R. Naḥman b. Ḥisda vortrug. R. Naḥman b. Ḥisda trug nämlich vor: R. Simaj bekundete im Namen von Ḥaggaj, Zekharja und Maleakhi, daß man die beiden Monate Adar, wenn man will, beide vollzählig, wenn man will, beide unvollzählig, und wenn man will, einen vollzählig und einen unvollzählig machen könne. So war es Brauch in der Diaspora. Im Namen unseres Meisters sagten sie, man mache stets einen vollzählig und einen unvollzählig, es sei denn, man weiß bestimmt, daß man den Neumondstag [des zweiten] zur Zeit festgesetzt habe.
טו שלחו ליה למר עוקבא אדר הסמוך לניסן לעולם חסר
15 Man ließ Mar U͑qaba sagen, der dem Nisan vorangehende Adar sei immer unvollzählig.
טז מתיב רב נחמן על שני חדשים מחללין את השבת על ניסן ועל תשרי אי אמרת בשלמא זמנין מלא זמנין חסר משום הכי מחללינן
16 R. Naḥman wandte ein: Zweier Monate wegen dürfen [die Zeugen] den Šabbath entweihen: wegen des Nisan und wegen des Tišri. Erklärlich ist es, daß man ihn entweihen darf, wenn du sagst, [der Adar] sei zuweilen vollzählig und zuweilen unvollzählig, wozu aber braucht man ihn zu entweihen,